Operation Flashpoint: Dragon Rising Uncut
Über 100 Qudratkilometer Spielfläche, Realismus pur und ein perfektes Spielgefühl machten 2001 Operation Flashpoint zum Aufsteiger im Taktik-Shooterbereich. Aufgrund des großen Erfolgs wurden zwei Add-Ons produziert (Resistance und Red Hammer). Doch dann kam nichts mehr nach. Codemaster behielt die Rechte am Namen und während Bohemia den Nachfolger „Armed Assault“ entwickelte, hatte Codemaster ein über 130 starkes Team an Operation Flashpoint: Dragon Rising gesetzt. Insgesamt in drei Studios wurde an dem neuen Teil gebastelt. Das Ziel: die Vorgänger toppen und ein völlig neues Spiel herauszubringen wurde anscheinend erreicht. Im ersten Teil hat man die Landmassen noch frei erfunden. Das Codemasters-Programmierteam nutzt nun Satellitenfotos, um das Terrain so realistisch wie möglich zu gestalten. Nicht nur der Drache ist Chinas Symbol, sondern auch die Armee der Chinesen ist unberechenbar und mächtig in ihren Taktiken. Codemasters hat nach eigenen Angaben einige Menschen beauftragt, Gespräche zu führen, Archive zu durchsuchen und alles zur Geschichte zu sammeln, um das Spiel noch realistischer zu machen.

Zwischen Kampagnen und Waffenauswahl
Die Kampagne rund um die Befreiung der Skira Insel dauert für einen erfahrenen Spieler gerade einmal fünf Stunden. Überall trifft man auf offene Flächen, Wälder und sucht ständig Schutz vor feindlichen Einheiten. Und wer jetzt denkt, in einem Panzer sicher zu sein, hat sich getäuscht. Denn die Chinesen verfügen über wirklich einschlagende Waffen, die selbst einen Panzer in Stücke reißen können. Das Spiel ist auf der Xbox 360 zwar wirklich schön anzusehen, doch auf den PC hat man natürlich mit Hilfe von Maus und Tastatur deutlich bessere Chancen, sich durch die Schlachtfelder zu kämpfen. Man selbst kann Angriffsbefehle erteilen und so beispielsweise die Erstürmung eines Gebäudes anordnen. Spezielle Formationen wie V-Formation, Linie, etc. können je nach Einsatz ausgewählt werden. Verletzte Teammitglieder können mit Hilfe eines Sanitäters verarztet werden. Spielt man Operation Flashpoint: Dragon Rising Uncut das erste Mal, wird man von den vielen Befehlsoptionen überrascht sein. Doch sind die Tasten erstmal eingerichtet und man spielt einige Stunden, bekommt man das Feeling für die Handhabung schnell in den Griff. Die KI ist erstaunlich gut und Befehle werden gut umgesetzt. Leider besteht das Briefing selbst nur aus reiner Textausgabe. Weder Video- noch Sprachausgabe werden vergeblich gesucht. Auch die Ausrüstung ist vorgeben. So muss man in Missionen nur mit den entsprechend vorgegebenen Waffen durch das Terrain ziehen. Die Waffen selbst werden leider nirgends näher erläutert. OK, man sollte die meisten Waffen kennen, aber gerade wenn das Spiel soviel Wert auf Realismus legt, sollten auch Beschreibungen verfügbar sein. Im Mehrspielermodus hat der Spieler zwar auch die vorgegebenen Rüstungen, kann sich hier aber zwischen Transporthubschrauber, Scharfschützen, Granatenwerfer, Panzerabwehr oder Sanitäter-Einheit entscheiden.

Der Mehrspielermodus und Schwierigkeitsgrad
Auf den PC können bis zu 32 Spieler im LAN oder über das Internet spielen. Bei der Xbox 360 oder PS3-Version hingegen ist schon bei acht Teilnehmern das Limit erreicht – echt Schade und dürfte einige Zocker vor dem Kauf abschrecken. Schön ist vor allem der Koop-Modus, in dem man mit maximal vier Spielern gemeinsam Einzelmissionen oder Kampagnen durchspielen kann. Die Befreiung Skiras hat insgesamt elf Missionen. Hierbei muss man unterschiedliche Aufgaben erfüllen, wie beispielsweise das Befreien von Personen, Sprengladungen platzieren, etc. Die Koordinationen mit dem KI-Trupp sind so wie man es sich in einem Taktik-Shooter wünscht. Der Trupp reagiert auf feindlichen Beschuss und setzt Befehle clever um. Sicherlich ist das neue Dragon Rising vor allem für echte Taktik-Shooterfans ein Hingucker. Zwar findet man Wegmarkierungen, doch die Checkpunkte sind alle so verteilt, das es im Gefecht echt knifflig werden kann, diese rechtzeitig zu erreichen. Immer noch zu einfach? Für Profis werden keine Bildschirmanzeigen, Checkpoints, etc. bereitgestellt, so dass hier im vollen Realismus gespielt werden kann. Die Welt von über 220 Quadratkilometern in Dragon Rising ist zwar groß, aber Vehikel findet man leider nur relativ selten. Selbst in den Kampagnen kann man leider nur selten einen Panzer fahren oder Hubschrauber steuern.


Fazit
Die Kampagnen in Operation Flashpoint: Dragon Rising sind gut und auch der Mehrspielermodus kann sich sehen lassen. Doch es sind die Feinheiten, die hier leider teilweise verloren gehen. So ist man beispielsweise bei einem Nachteinsatz nicht mit Tarnfarbe im Gesicht präpariert, was normale Spieler nicht stören wird, aber echte Taktik-Shooter-Fans wollen den puren Realismus. Trotzdem muss man ehrlich zugeben, dass das neue Flashpoint vor allem im Mehrspielermodus richtig Spaß macht. Eine offene Welt mit enormer Sichtweite und viele taktische Möglichkeiten bieten viele Stunden Spielspaß. Die KI hat zwar kleine Aussetzer, die sich aber durchaus verkraften lassen. Der dynamische Tag- und Nachtwechsel, neue Waffen, gute Soundeffekte, und der Koop-Modus machen das Spiel ganz klar zu einer Kaufempfehlung. Allerdings sollten Taktik-Shooter-Fans hier zu die USK 18 Version greifen, die um einiges realistischer wirkt.


(4.67 out of 5)
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