Prototype Uncut
Auf der Suche nach seiner Vergangenheit spielt der Spieler Alex Mercer. Alex ist zwar auf den ersten Blick ein Mensch, doch wer genau hinsieht, erkennt die Bestie. Alex ist voller Zorn und will Rache an denen ausüben, die ihm dieses Schicksal angetan haben. In den ersten 15-20 Minuten kommt der Spieler auch sofort in den Genuss Lastwagen umzuwerfen, die dämonischen Klingen auszufahren und Monster und Zivilisten zu erledigen. Als Spieler von Alex kennt man keine Moral und prügelt munter auf alles ein, was einem vor die Linse kommt. Alex hat ein Gedächtnisverlust und fragt sich zu Beginn des Spiels, wer er eigentlich ist und was für eine Kraft ihm da umgibt. Nach dem Kampf mit Mensch und Maschine, wird der Spieler drei Wochen zurück in die Vergangenheit versetzt, wo Alex noch keine Bestie war. Was etwas nervig ist, dass der Spieler Missionen nur durch ein Leuchten auf der Karte signalisiert bekommt. Einen Auftraggeber sucht der Spieler vergebens, so dass etwas Feinheit im Spiel fehlt.
Alex kann Leute „einsaugen“ und erhält so deren Erinnerungen. So fügt sich das Puzzle Stück für Stück zusammen und der Spieler erhält Zwischensequenzen die schon fast filmreif sind. Durch immer mehr Informationen kann Alex Parallelen finden und sich erinnern. Die Story ist brauchbar aber kein Meilenstein. Das wohl Wichtigste sind die im Spiel abgelieferten Kämpfe. Brachiale Gewalt steht hier an der Tagesordnung. Moral sucht der Spieler vergebens. Ob Zivilisten oder das Militär, alles was Alex in die Finger bekommt wird aufgeschlitzt. Alex will sein Gedächtnis zurück und dabei ist ihm jeder Weg recht.
Die Grafik ist eher veraltet und trotz der guten Action wirkt diese doch etwas uninteressant. Sicher, pure Gewalt ist in diesem Spiel spürbar, aber oft tauchen Szenen auf, die einfach nicht zusammen passen. So schreien Passanten zwar kurz auf, laufen dann aber ohne irgendwelche Regungen an Leichen vorbei. Allgemein wirkt die Szenerie etwas verkrampft und die Stadt in der sich der Spieler bewegt ist nicht unbedingt detailreich gestaltet worden. Insgesamt gibt es wenig interaktive Elemente die in Prototype Uncut auftauchen.
Die Steuerung ist einigermaßen präzise kann in gewissen Situationen aber nervig werden. Alex ist zwar sportlich fit, doch durch nervige Bewegungen die der Spieler ausführt obwohl er eigentlich einen anderen Move geplant hatte, passiert leider zu oft. Trotz dieser Steuerung gerät der Spieler eigentlich fast nie in Gefahr, dass er ein Leben verliert. Fähigkeiten wie die riesigen Dornen machen Alex zu einen „Übermonster“, was quasi kaum die Chancen bietet an schwierigen Stellen den Spieler auch mal herauszufordern. Wenn der Spieler doch stirbt, dann eher weil Horden von Feinden aller Art angreifen, die der Spieler kaum alle gleichzeitig anviseren und bearbeiten kann. Der einzige Vortei, Alex kann seine Gegner „einsaugen“ und dessen Gestallt und Fähigkeiten annehmen. Diese Möglichkeit ist dann interessant, wenn man beispielsweise versucht in militärische Komplexe unauffällig einzudringen.
Insgesamt bleibt Prototype eher ein Spiel für Gamer die wirklich die rohe Gewalt lieben und kleine KI-Fehler der Programmierer nicht übel nehmen. Die Uncut-Version kann teilweise sogar für einige Stunden noch genügend Spaß bieten. Wer sich also in Prototype versuchen will, sollte sich jetzt schon auf ein Gemetzel der besonderen Art freuen.


(4.67 out of 5)
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